CD: Villa-Lobos / Ginastera

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Veröffentlichung: 1999
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Few have played these Etudes so well!

Guitar Review, New York

feat.:

Johannes Tonio Kreusch: Gitarre


Tracks

Heitor Villa Lobos (1887-1959) – Etudes pour la guitarra
No.1 Etudes des arpèges
No.2 Des arpèges – Très animé
No.3 Des arpèges – Un peu animé
No.4 Des accords répétés – Un peu modéré
No.5 Andantino
No.6 Un peu animé
No.7 Très animé
No.8 Modéré
No.9 Un peu animé
No.10 Animé (Version de 1928)
No.11 Lent
No.12 Un peu animé

Alberto Ginastera (1916-1983) – Sonata for Guitar Op. 47
I. Esordio
II. Scherzo
III: Canto
IV. Finale


Hörprobe: Track 01: Etude des arpèges (Villa-Lobos)

Kritiken

Audio Clásica: 5 (von 5) Sterne.

Guitar Review, New York: “Few have played these Etudes so well!”

Irish Times: Johannes Tonio Kreuschs Interpretation “…seems to reveal untapped resources in the music and to subvert convention…”

Süddeutsche Zeitung: “Ein großer Zyklus wird neu entdeckt: Das weitgehend unbekannte Manuskript der 12 Villa-Lobos Etüden aus dem Jahre 1928 entlarvt die vielen Druckfehler der bekannten Ausgaben und offenbart neue kompositorische Ideen. Johannes Tonio Kreusch nimmt diese Handschrift als Grundlage für seine Interpretation, die “dem Willen des Komponisten genau entspricht. Hier musiziert ein Gitarrist auf höchstem musikalischen Niveau, der nicht in erster Linie den Effekt der glänzenden Virtuosität und der mitreißenden südamerikanischen Rhythmen und Harmonien sucht, sondern sich sehr ernsthaft den Werken widmet und sich tief in die Musik eingelebt hat. Diese CD ist etwas Besonderes…”

Johannes Tonio Kreusch wurde für seine CD “Johannes Tonio Kreusch plays Villa-Lobos and Ginastera” (OEHMS Classics) mit dem französischen Classica Repertoire Preis ausgezeichnet. In der Begründung heißt es:

Diese Einspielung der 12 Etüden von Heitor Villa-Lobos erweist sich auf anhieb als Referenzaufnahme seit den legendären, jedoch bereits älteren Aufnamen von Narciso Yepes oder Julian Bream. Der deutsche Gitarrist überzeugt sowohl durch außergewöhnliches Temperament als auch künstlerisches Engagement, was gerade in Hinblick auf sein junges Alter (28 Jahre im Moment der Einspielung) erstaunt.

Von den ersten Minuten dieser CD an wird der Zuhörer von einer sehr symphonischen Spielweise, einer vollendeten technischen Meisterschaft und einer selten zu hörenden Beschwörungskraft in den Bann gezogen; Kreusch ist unerreicht in seinem Umgang mit Spannungsverläufen und Atmosphärenwechsel. Durch das Hinzuziehen des autographischen Manuskripts von 1928 der berühmten Etudes des brasilianischen Komponisten, konnte Kreusch eine Anzahl von Fehlern ausfindig machen, die bei den späteren Ausgaben ein- und weitergeführt wurden zum Unwissen der Mehrzahl derer, die sich bisher mit diesem für Gitarristen unumgänglichen Meisterwerk auseinandergesetzt haben. Eine kritische Neulesung ist immer willkommen, besonders, wenn sie – wie in diesem Fall – begleitet wird von einer Interpretation, die, über die philologoschen, musikwissenschaftlichen und gitarristischen Aspekte hinausgehend, zur Diskographie Villa-Lobos einen meisterhaften Beitrag leistet. Man denke insbesondere an die 4te Etüde, deren repetierte Akkorde hier eine gerade zu mystische Intensität und Tiefe erlangen oder an die 12te Etüde, die, Kreusch mit beängstigender Unruhe und gewaltiger Kraft interpretiert und nicht zu vergessen die 10te Etüde deren hier zu hörende Version doch ziemlich von dem abweicht, was man normalerweise zu hören gewohnt ist.

Mit auf dieser CD ist ein weiteres Hauptwerk der Gitarrenliteratur, die Sonata Op 47 von Alberto Ginastera zu hören. Voll von Anspielungen an argentinische Volksweisen, untersucht Ginastera mit dieser Komposition die Möglichkeiten des Instruments von einem deutlich zeitgenössischeren Blickwinkel aus. Kreusch findet hier von Anfang an den richtigen Ton getragen von einem Anschlag, der sich manchmal an der Grenze zur Agressivität bewegt, dessen Kraft jedoch immer bewundernswert beherrscht klingt.

Eine ungewöhnliche CD.


über: Villa-Lobos / Ginastera

Aus dem Booklet:
Heitor Villa-Lobos und Alberto Ginastera haben als treibende Kräfte der lateinamerikanischen Modernisten-Bewegung verhältnismäßig zurückhaltend für das “Nationalinstrument” ihrer Heimat komponiert. Im Falle von Ginastera ist die Sonata Op.47 gar das einzige Werk, das er je für die Gitarre schrieb. Doch haben beide mit der hier zu hörenden Musik das Gitarrenrepertoire nachhaltig bereichert. Denn zweifelsohne gehören die Etüden von Villa-Lobos und die Sonate von Ginastera zu den wichtigsten Werken, die in diesem Jahrhundert für die Gitarre geschrieben wurden. Beide Komponisten lassen in dieser Musik eine tiefe und unmittelbare Bekenntnis zur Kultur und Geschichte Lateinamerikas spüren und bringen die Tradition in fruchtbaren Kontrast mit neuen Ideen und Klängen ihrer modernistischen Welt. Sowohl die Etüden als auch die Sonate sind in Europa entstanden. So könnte man sagen, daß Heitor Villa-Lobos und Alberto Ginastera den Weg zurückgegangen sind, den ihre Väter auf beschwerliche Weise gekommen waren, als sie ihre fremde Kultur mit auf den unberührten Kontinent brachten. Dieses Zusammentreffen so verschiedenartiger Kulturen, dieses Flimmern zwischen vermeintlich großen Gegensätzen und dieses Verschmelzen der oft stark vom Intellekt geprägten europäischen (Avantgarde-) Musik mit der aus archaischer Ursprünglichkeit entstandenen Musik der Ureinwohner Lateinamerikas, bilden den Ausgangspunkt des Schaffens dieser beiden Komponisten und finden in deren Werken für Gitarre zu einer noch drängenderen Deutlichkeit. (Johanes Tonio Kreusch)

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